In Zeiten steigender Preise und einer instabilen Wirtschaft scheint vielen Menschen das Geld sprichwörtlich wie Sand durch die Finger zu rinnen. Dadurch bleibt kaum etwas übrig, um mögliche Schulden zu tilgen oder sich größere Konsumwünsche zu erfüllen. Jedenfalls scheint es so. Dabei lässt sich mit einem genauen Blick auf die eigenen Finanzen meist die ein oder andere Einsparmöglichkeit ausfindig machen.
Wie man sich einen besseren Überblick über Einnahmen, Ausgaben und Co. verschafft, beleuchtet der folgende Ratgeber.
1. Eine Bestandsaufnahme ist der erste und der wichtigste Schritt
Die Preise klettern scheinbar unaufhaltsam in die Höhe. Ob Lebensmittel, Strom oder die Miete – alles wird teurer.
Das ist kein subjektives Empfinden, sondern eine Tatsache. Allein von 2020 bis zum Jahresbeginn 2026 stiegen die Lebensmittelpreise im Schnitt um mehr als 30 Prozent. Zwar werden einige Produkte im Supermarkt wieder spürbar billiger. Andere jedoch – etwa Tafelschokolade oder Rinderhackfleisch – entwickeln sich langsam zur Luxusware.
Bei dieser Entwicklung fragt sich so mancher, ob er sich diese Dinge zukünftig noch leisten kann. Darüber gibt ein Blick auf die eigenen Finanzen Aufschluss.
Für eine genaue Bestandsaufnahme lohnt es sich, zunächst die gesamten Einnahmen eines Monats aufzulisten, darunter etwa:
- Gehalt
- Kindergeld
- Mieteinnahmen
Dadurch lässt sich ermitteln, wie viel Geld insgesamt monatlich zur Verfügung steht. Wer zusätzlich regelmäßige Einnahmen aus Wertpapieren oder anderen Investments erhält und darüber den Überblick verliert, kann Profis wie einen Finanzberater zurate ziehen.
Neben den Einnahmen spielen bei einer Bestandsaufnahme der eigenen Finanzen auch die Ausgaben eine Rolle. Darunter:
- Lebensmitteleinkauf
- Strom, Gas und Wasser
- Versicherungen
- Bahnkarte
Wer zur Miete wohnt, zählt zudem die Mietzahlungen als Fixausgabe.
Nun geht es darum, Einnahmen und Ausgaben gegenzurechnen. Bleibt ein Betrag übrig, steht dieser zur freien Verfügung. Er kann gespart, gespendet oder nach Belieben ausgegeben werden.
2. Ordnung schafft eine bessere Übersicht
Um einen Überblick über sämtliche Einnahmen und Ausgaben im Monat zu bekommen, kann ein Haushaltsbuch helfen. Alternativ zu der analogen Variante gibt es inzwischen jede Menge praktische Smartphone-Apps.
Diese helfen nicht nur dabei, einen Überblick über die monatlichen Fixkosten zu bekommen. Sie können auch Ordnung in das Papierchaos aus Verträgen und Versicherungsunterlagen bringen.
Damit man die eigenen Finanzen im Blick behält, lohnt es sich, einmal im Jahr alle bestehenden Verträge zu ordnen und zu prüfen. Etwa:
- Handyvertrag
- Mietvertrag
- Kreditverträge
- Verträge mit Energielieferanten
- Versicherungsverträge
- Streamingabos
Bei jedem Vertrag sind zumindest zwei Fragen zu stellen: Brauche ich ihn? Und ist mein Anbieter wirklich der beste?
Bei einem Strom-, Gas- oder auch Versicherungsvergleich lässt sich schnell und einfach der aktuell günstigste Anbieter finden. Passt dieser zu den individuellen Bedürfnissen, kann sich ein Wechsel lohnen.
Tipp: Insbesondere bei Streaming-Diensten bewährt sich das sogenannte Abo-Hopping. Das bedeutet, statt für mehrere Dienste zu bezahlen, abonniert man monatlich nur den mit dem besten Film- und Serienangebot. Das spart einerseits Geld und kann beim nächsten Filmabend andererseits dem „Auswahlparadoxon“ vorbeugen.
3. Prioritäten zu setzen, bedeutet finanzielle Ordnung
Eine genaue Bestandsaufnahme aller Einnahmen und Ausgaben verschafft nicht nur einen Überblick über das frei verfügbare Einkommen. Sie kann ebenfalls dabei helfen, Prioritäten bei den Ausgaben zu setzen, die sich vermeiden ließen.
Das Geld für Lebensmittel, Miete und Energie lässt sich kaum einsparen, sofern man nicht hungern und frieren möchte. Anders verhält es sich jedoch mit Zusatzausgaben, etwa für ein ungenutztes Streamingabonnement oder eine unnötige Versicherung.
Die Überlegung, welche Kostenpunkte sich einsparen lassen, kann sich im ersten Moment unangenehm anfühlen. Langfristig besteht dadurch jedoch die Möglichkeit, Geld zurückzulegen. Ein Sparpotenzial von mehreren hundert Euro im Monat ist dabei keine Seltenheit.



