Hengameh Yaghoobifarah gehört zu den bekanntesten, aber auch umstrittensten Stimmen der deutschen Medien- und Literaturszene. Kaum eine andere Autorin polarisiert in Deutschland so stark. Während die einen Yaghoobifarah als wichtige Stimme gegen Rassismus, Sexismus und gesellschaftliche Ungleichheit sehen, werfen Kritiker der Autorin Provokation, Übertreibung und eine aggressive Sprache vor.
Besonders bekannt wurde Hengameh Yaghoobifarah durch Kolumnen in der „taz“, Auftritte in politischen Debatten und mehrere erfolgreiche Bücher. Vor allem die Aussagen zur Polizei, Debatten über Israel und provokante Texte über deutsche Identität haben immer wieder für Schlagzeilen gesorgt.
Quick Bio: Hengameh Yaghoobifarah
| Merkmal | Information |
|---|---|
| Voller Name | Hengameh Yaghoobifarah |
| Geburtsjahr | 1991 |
| Geburtsort | Kiel, Deutschland |
| Herkunft | Deutsch-iranisch |
| Beruf | Autorin, Kolumnistin, Journalist*in |
| Wohnort | Berlin |
| Bekannt durch | taz-Kolumnen, Bücher, politische Debatten |
| Themen | Feminismus, Queerness, Antirassismus, Polizei, Migration |
| Bekannte Bücher | „Ministerium der Träume“, „Habibitus“, „Schwindel“ |
| Frühere Medien | taz, Siegessäule, Missy Magazine, Spex |
Wer ist Hengameh Yaghoobifarah?
Hengameh Yaghoobifarah wurde 1991 in Kiel geboren. Die Eltern stammen aus dem Iran. Aufgewachsen ist Yaghoobifarah in Norddeutschland. Später studierte die Autor*in Medienkulturwissenschaft und Skandinavistik in Freiburg und zeitweise im schwedischen Linköping.
Seit 2014 lebt Hengameh Yaghoobifarah in Berlin. In der Öffentlichkeit bezeichnet sich Yaghoobifarah als non-binär. Deshalb wird meist die genderneutrale Form „Autor*in“ verwendet.
Thematisch beschäftigt sich Yaghoobifarah vor allem mit gesellschaftlichen Konflikten. In vielen Texten geht es um Rassismus, Migration, Feminismus, queere Identität, Machtstrukturen und linke Politik. Häufig verwendet die Autor*in dabei eine sehr direkte und provokante Sprache.
Siegessäule, Missy Magazine und der Weg zur taz
Bevor Hengameh Yaghoobifarah bundesweit bekannt wurde, schrieb die Autor*in für verschiedene Magazine und Blogs. Dazu gehörten unter anderem die queere Berliner Zeitschrift „Siegessäule“, das feministische „Missy Magazine“, das Popkultur-Magazin „Spex“ und weitere linke Medien.
Vor allem in der queeren Szene Berlins wurde Yaghoobifarah früh als wichtige Stimme wahrgenommen. Zwischen 2014 und 2017 betrieb die Autor*in außerdem den Blog „Queer Vanity“. Dort schrieb Yaghoobifarah über Mode, Popkultur, Körperbilder, gesellschaftliche Normen und Diskriminierung.
Der große Durchbruch kam schließlich mit der „taz“. Dort veröffentlichte Hengameh Yaghoobifarah die bekannte Kolumne „Habibitus“. Der Name setzt sich aus den Wörtern „Habibi“ und „Habitus“ zusammen. In den Kolumnen ging es regelmäßig um Politik, Kultur, Sprache, Rassismus und den Alltag in Deutschland.
Hengameh Yaghoobifarah und die Kritik
Kaum eine andere deutsche Autorin wird so häufig kritisiert wie Hengameh Yaghoobifarah. Viele Vorwürfe beziehen sich auf die Art, wie die Autorin schreibt. Kritiker sagen, Yaghoobifarah arbeite oft mit Übertreibung, Sarkasmus und pauschalen Aussagen. Dadurch würden Menschen beleidigt oder gesellschaftliche Gruppen zu stark verallgemeinert.
Besonders heftig wurde 2017 eine Kolumne diskutiert, die den Titel „Deutsche, schafft euch ab!“ trug. Darin setzte sich Yaghoobifarah polemisch mit deutschem Nationalgefühl auseinander. Gegner sahen darin eine pauschale Abwertung von Deutschen. Unterstützer erklärten dagegen, der Text sei als satirische Antwort auf Rassismus und Nationalismus gedacht gewesen.
Immer wieder wird Yaghoobifarah vorgeworfen, absichtlich zu provozieren, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Andere sehen gerade darin die Stärke der Autor*in. Sie argumentieren, dass viele Probleme wie Alltagsrassismus oder Diskriminierung oft erst sichtbar werden, wenn jemand bewusst aneckt.
Die Fusion-Debatte
Auch das Fusion Festival spielte eine Rolle in der öffentlichen Wahrnehmung von Hengameh Yaghoobifarah. In einem viel beachteten Text setzte sich die Autor*in kritisch mit der linken Festival-Szene auseinander.
Yaghoobifarah warf vielen Besucherinnen und Besuchern des Festivals vor, zwar offen und alternativ wirken zu wollen, gleichzeitig aber privilegiert und oberflächlich zu handeln. Besonders kritisierte die Autor*in kulturelle Aneignung, weiße Privilegien und das Verhalten vieler Menschen in linken Milieus.
Der Text sorgte für starke Reaktionen. Einige lobten die Analyse als mutig und ehrlich. Andere empfanden die Kritik als unfair und überzogen. Die Fusion-Debatte machte deutlich, dass Hengameh Yaghoobifarah nicht nur konservative Positionen angreift, sondern auch die eigene politische Szene kritisiert.
Hengameh Yaghoobifarah und die Polizei
Die größte Kontroverse um Hengameh Yaghoobifarah entstand im Jahr 2020. Damals veröffentlichte die Autor*in in der „taz“ eine Kolumne mit dem Titel „Abschaffung der Polizei: All cops are berufsunfähig“.
In diesem Text stellte Yaghoobifarah die provokante Frage, was mit Polizistinnen und Polizisten passieren würde, wenn die Polizei abgeschafft würde. Als satirische Zuspitzung schrieb die Autor*in, man könne die Betroffenen eventuell „auf der Müllhalde“ unterbringen.
Diese Passage führte sofort zu einem riesigen Skandal. Viele Menschen verstanden die Aussage so, dass Polizisten mit Müll verglichen würden. Besonders häufig wurde deshalb im Internet nach den Begriffen „Hengameh Yaghoobifarah Polizei Müll“ oder „Hengameh Yaghoobifarah Polizei Skandal“ gesucht.
Politiker der CDU, CSU und AfD kritisierten die Kolumne scharf. Polizeigewerkschaften warfen Yaghoobifarah vor, Hass gegen Polizisten zu schüren. Der damalige Bundesinnenminister Horst Seehofer kündigte sogar an, rechtliche Schritte gegen die Autor*in zu prüfen.
Auch viele Medien berichteten wochenlang über die Debatte. Einige Kommentatoren sahen in dem Text eine Grenze überschritten. Andere verteidigten Yaghoobifarah und erklärten, dass es sich um Satire gehandelt habe. Die „taz“ selbst stellte sich hinter die Kolumne.
Letztlich wurde die Kolumne nicht verboten. Der Deutsche Presserat sah keinen Grund für eine Sanktion. Trotzdem veränderte die Debatte das öffentliche Bild von Hengameh Yaghoobifarah dauerhaft. Seitdem wird die Autor*in oft zuerst mit dem Polizei-Skandal verbunden.
Hengameh Yaghoobifarah und Israel
Immer wieder taucht auch der Suchbegriff „Hengameh Yaghoobifarah Israel“ auf. Grund dafür sind verschiedene Beiträge und Aussagen der Autor*in zum Nahost-Konflikt.
Yaghoobifarah hat sich mehrfach kritisch zur israelischen Regierung und zur Politik gegenüber den Palästinensern geäußert. In sozialen Netzwerken und in Interviews stellte sich die Autor*in häufig auf die Seite palästinensischer Anliegen.
Dadurch entstand erneut Kritik. Gegner werfen Yaghoobifarah vor, bei diesen Themen manchmal zu stark zu vereinfachen oder einseitig zu argumentieren. Manche Kritiker sehen die Gefahr, dass scharfe Israel-Kritik in antisemitische Klischees übergehen könnte.
Unterstützer widersprechen dieser Einschätzung. Sie betonen, dass Yaghoobifarah sich nicht gegen jüdische Menschen richte, sondern gegen staatliche Politik und gegen Ungleichbehandlung. Die Debatte zeigt, wie emotional und sensibel dieses Thema in Deutschland ist.
Bücher von Hengameh Yaghoobifarah
Neben journalistischen Texten ist Hengameh Yaghoobifarah inzwischen auch als Autor*in erfolgreicher Bücher bekannt. Die wichtigsten Werke sind:
- „Eure Heimat ist unser Albtraum“ (2019, gemeinsam mit Fatma Aydemir)
- „Ministerium der Träume“ (2021)
- „Habibitus“ (2023)
- „Schwindel“ (2024)
Ministerium der Träume
Der erste Roman von Hengameh Yaghoobifarah trägt den Titel „Ministerium der Träume“ und erschien 2021. Das Buch erzählt die Geschichte mehrerer iranischer Jugendlicher und junger Erwachsener in Deutschland.
Im Mittelpunkt stehen Themen wie Familie, Flucht, Rassismus, Liebe und Identität. Viele Leser und Kritiker lobten den Roman, weil er migrantisches Leben in Deutschland aus einer neuen Perspektive zeigt. „Ministerium der Träume“ gilt bis heute als das wichtigste literarische Werk von Hengameh Yaghoobifarah.
Habibitus
2023 erschien mit „Habibitus“ eine Sammlung der bekanntesten Kolumnen. Das Buch zeigt sehr deutlich, wie Hengameh Yaghoobifarah schreibt: laut, direkt, humorvoll und oft provozierend.
Wer die politischen Debatten um die Autor*in verstehen möchte, findet in „Habibitus“ viele typische Beispiele für Stil und Denkweise.
Schwindel
2024 veröffentlichte Hengameh Yaghoobifarah den Roman „Schwindel“. Auch dieser Roman behandelt queere Beziehungen, Freundschaft, Einsamkeit und Unsicherheit.
„Schwindel“ erzählt von Menschen, die sich emotional verlieren und gleichzeitig nach Nähe suchen. Viele Kritiker bezeichneten das Buch als mutig und intensiv. Andere fanden den Stil chaotisch und anstrengend. Genau wie die früheren Texte löste auch „Schwindel“ unterschiedliche Reaktionen aus.
Warum polarisiert Hengameh Yaghoobifarah so stark?
Hengameh Yaghoobifarah ist weit mehr als nur eine Autorin oder Kolumnistin. Für viele Menschen ist die Person zu einem Symbol geworden. Die einen sehen in Yaghoobifarah eine Stimme gegen Diskriminierung, Polizeigewalt und gesellschaftliche Ungleichheit. Die anderen betrachten die Autor*in als Beispiel für eine politische Kultur, die immer radikaler und aggressiver wird.
Der Grund für diese starke Polarisierung liegt vor allem darin, dass Yaghoobifarah Themen anspricht, die Deutschland seit Jahren beschäftigen: Migration, Rassismus, Nationalgefühl, Polizei, Geschlechterrollen und Identität. Weil die Autor*in diese Themen oft sehr direkt und provozierend formuliert, entstehen immer wieder heftige Debatten.
Egal, ob man Hengameh Yaghoobifarah zustimmt oder nicht: Kaum eine andere Person prägt die kulturelle und politische Diskussion in Deutschland derzeit so stark. Auch auf unserem Blog „Tages Zeitschriften“ wird deutlich, dass das Interesse an Hengameh Yaghoobifarah, den Büchern, den Aussagen zur Polizei und den politischen Kontroversen weiterhin sehr groß ist.
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