Mikrofone, Audiointerfaces und Software sind heute so erschwinglich wie nie. Ein eigener Podcast, Gesangsaufnahmen oder die Produktion eigener Songs sind deshalb für viele Menschen zu Hause möglich geworden. Schnell zeigt sich aber, dass gute Technik allein nicht reicht. Aufnahmen klingen hohl, die Stimme wirkt weit weg, und beim Abmischen über Lautsprecher passt das Ergebnis auf anderen Geräten plötzlich nicht mehr. Der Grund ist fast immer der Raum.
Warum der Raum hörbar ist
Ein Mikrofon nimmt nicht nur die Stimme auf, sondern auch alle Reflexionen von Wänden, Decke, Boden und Fenstern. In einem gewöhnlichen Zimmer kommen diese Reflexionen mit einer Verzögerung von wenigen Millisekunden am Mikrofon an und färben den Klang. Kein Plugin kann diesen Raumanteil später vollständig entfernen. Beim Abhören über Lautsprecher ist es ähnlich: Was Sie am Schreibtisch hören, ist eine Mischung aus Lautsprecher und Raum. Entscheidungen beim Mischen beruhen dann auf einem verfälschten Klangbild.
Erstreflexionen behandeln
Der erste und wichtigste Schritt sind Akustikpaneele an den Stellen der Erstreflexionen. Das sind die Bereiche an den Seitenwänden und an der Decke, an denen der Schall der Lautsprecher zuerst reflektiert wird, bevor er Ihr Ohr erreicht. Sie finden sie leicht mit einem Spiegel: Setzen Sie sich an den Abhörplatz und lassen Sie eine zweite Person einen Spiegel an der Wand entlangführen. Überall dort, wo Sie einen Lautsprecher im Spiegel sehen, gehört ein Paneel hin. Für Sprachaufnahmen genügt oft schon eine gut gedämpfte Ecke mit Paneelen hinter und neben dem Sprecher.
Die Bass Trap gegen Raummoden
Kleine Räume haben ein typisches Problem im Tieftonbereich. Raummoden, also stehende Wellen zwischen parallelen Flächen, heben einzelne Bassfrequenzen stark an und löschen andere fast aus. Im Mix klingt der Bass dann je nach Sitzposition völlig unterschiedlich. Dünne Schaumstoffplatten helfen hier nicht, weil tiefe Frequenzen durch sie fast ungehindert hindurchgehen. Abhilfe schafft eine Bass Trap, ein dickes Absorberelement für die Raumecken. Dort treffen die Druckmaxima der Raummoden zusammen, sodass Bassfallen in den Ecken am wirksamsten sind. Je mehr Ecken behandelt werden, auch die Übergänge zwischen Wand und Decke, desto gleichmäßiger wird der Bassbereich.
Nicht übertreiben
Ein häufiger Fehler ist es, den ganzen Raum mit dünnem Schaumstoff zu bekleben. Hohe Frequenzen verschwinden dann fast vollständig, während das Bassproblem bleibt. Der Raum klingt dumpf und unnatürlich. Besser ist eine ausgewogene Kombination aus Absorbern an den Reflexionspunkten, Bassfallen in den Ecken und gegebenenfalls Diffusoren an der Rückwand, die den Schall streuen, statt ihn zu schlucken.
Worauf Sie achten sollten
Seriöse Hersteller geben den Schallabsorptionsgrad über das Frequenzspektrum an. Gerade bei Bassfallen lohnt sich ein Blick auf die Werte im Bereich unter 200 Hertz. Paneele, Bassfallen und Diffusoren für Heimstudios, Wohnräume und Büros stellt Addictive Sound her, ein Hersteller aus Gdynia in Polen. Das Sortiment finden Sie auf addictivesound.de.


