Unternehmen wählen Drucksachenlieferanten nach dem Stückpreis aus. Bei Auflagen von mehreren hunderttausend Stück sagt diese Zahl jedoch nichts darüber aus, ob der Lieferant den Auftrag tatsächlich bewältigt, ob er die gleichen Parameter über die gesamte Serie hinweg hält und ob er auch in einem Jahr zu einem Nachdruck fähig sein wird. Die Druckerei POINT CZ, die Handbücher, Kataloge und POS-Materialien an Kunden in Tschechien, Deutschland und weiteren europäischen Ländern liefert, fasst zusammen, wonach man vor der Vergabe des ersten Auftrags fragen sollte und was man sich belegen lassen sollte.
Der Stückpreis ist nicht das einzige Auswahlkriterium
Angebote lassen sich erst dann vergleichen, wenn sie auf einer identischen Spezifikation beruhen. Der Unterschied zwischen zwei Preisen entsteht häufig nicht durch die Marge der Druckerei, sondern durch eine andere Papiergrammatur, eine andere Farbanzahl oder eine günstigere Bindungsvariante.
Bei großen Auflagen entscheidet zudem etwas, das im Angebot überhaupt nicht steht: ob der Lieferant die gleichen Parameter von der ersten bis zur letzten Palette hält und ob er in einem Jahr einen Nachdruck fertigen kann, der der ursprünglichen Serie entspricht.
Welche Kapazität hat die Druckerei und in welchem Betriebsmodus arbeitet sie?
Die erste Frage zielt auf die Anzahl der Maschinen und den Betriebsmodus. Wesentlich ist nicht, ob die Druckerei einen einzelnen großen Auftrag bewältigt, sondern ob sie den gleichzeitigen Ablauf mehrerer Aufträge auf einmal bewältigt.
Eine Druckerei mit durchgehendem Betrieb kann einen Termin nach dem Bedarf des Kunden anbieten. Dort, wo im Schichtbetrieb gearbeitet wird, hängt der Termin von der freien Kapazität ab, und in der saisonalen Spitze am Jahresende zeigt sich der Unterschied zwischen beiden Ansätzen am deutlichsten.
Verfügt die Druckerei über Offset- und Digitaldruck unter einem Dach?
Ein Lieferant, der nur eine Technologie nutzt, bietet diese auch dann an, wenn sie sich nicht auszahlt. Der Offsetdruck lohnt sich ab einem bestimmten Volumen; unterhalb dieser Schwelle ist der Digitaldruck günstiger. Diese Schwelle verschiebt sich bei jedem Auftrag je nach Format, Farbanzahl und Anzahl der Sprachversionen.
„Ein Auftrag muss nicht auf einmal abgenommen werden. Wir drucken ihn in einem Produktionslauf zu einem einheitlichen Preis und teilen ihn in mehrere Lieferungen auf. Der Kunde muss sich so nicht darum kümmern, wo er die gesamte Auflage lagert,” sagt Petr Hajda, Vertriebsleiter von POINT CZ.
Hält die Druckerei Material auf Lager?
Die Papierverfügbarkeit entscheidet bei großen Auflagen über den Termin ebenso wie die freie Maschinenkapazität. Eine Druckerei, die eigene Bestände hält, ist nicht von der Lieferzeit der Papierfabrik abhängig und bewältigt einen Nachdruck innerhalb weniger Tage.
Kann die Druckerei Zertifizierungen belegen?
Zertifizierungen sind keine Formalität, sondern ein Beleg dafür, dass der Prozess beschrieben und messbar ist. Ein Qualitätsmanagementsystem nach der Norm ISO 9001 und der Farbstandard nach ISO 12647 bedeuten, dass Qualität nicht mit dem bloßen Auge beurteilt wird.
Verfügt die Druckerei über Erfahrung mit vergleichbaren Aufträgen?
Ein Lieferant, der für die Automobilindustrie oder die Pharmaindustrie gearbeitet hat, kennt die Anforderungen an die Rückverfolgbarkeit einer Produktionscharge und an die Auftragsdokumentation, was sich nachträglich nicht anlernen lässt.
Wie lange archiviert die Druckerei die Auftragsdaten?
Die Frage, die bei der Auswahl am häufigsten vergessen wird, macht sich erst beim ersten Nachdruck bemerkbar. Zu archivieren sind dabei mehr als nur die eigentlichen Druckdaten. Dazu gehören auch die Farbeinstellungen, die verwendeten Profile und das Protokoll vom Proof, also alle Unterlagen, nach denen sich die Produktion exakt wiederholen lässt.
Bietet der Lieferant Lagerung und laufende Lieferungen an?
Die letzte Frage betrifft die Art der Abnahme. Bei Jahresvolumen lohnt es sich, die gesamte Serie auf einmal zu drucken und sie laufend nach Verbrauch abzunehmen. Die Druckvorbereitung wird dadurch einmal bezahlt statt bei jeder Lieferung einzeln. Voraussetzung ist ein Lieferant, der Lagerkapazität für die fertige Produktion und Lieferungen just in time anbietet.
Über POINT CZ
POINT CZ konzentriert sich seit 1993 auf Industriedruck, Verpackungsherstellung und Kalenderproduktion. Die Produktion läuft durchgehend, und das Unternehmen verfügt über Offset- und Digitaldruck unter einem Dach.
Für die Planung großer Auflagen hält die Druckerei Materialbestände und Lagerkapazitäten bereit, dank derer sich ein Jahresvolumen auf einmal drucken und laufend abrufen lässt. Die Qualität steuert das Unternehmen nach der Norm ISO 9001, die Farbgebung nach ISO 12647.
Das Unternehmen fertigt zugleich Verpackungen für Pharma, Kosmetik und Lebensmittel, sodass sich Verpackung und die zugehörige Produktdokumentation bei einem einzigen Lieferanten mit einheitlicher Farbgebung und einem gemeinsamen Liefertermin abwickeln lassen.
Lesen Sie auch | Vom Printprospekt zum Online-Katalog: Was Verlage daraus lernen



